Aktuelle Informationen zu SARS-CoV-2 / COVID-19

Bis zum 10. April 2020 gibt es 184.452 gemeldete und laborbestätigte Fälle von Influenza in Deutschland in dieser Saison, über die derzeit fast niemand mehr spricht, obwohl die Mortalität (Sterblichkeitsrate) mit ungefähr 0,5 bis 2 Prozent ähnlich hoch ist wie bei Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Angst, vor allem vor Neuem, war schon immer ein schlechter Ratgeber. In den letzten Tagen erreichen uns vermehrt besorgte Anfragen bezüglich einer Infektion mit COVID-19. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen Überblick geben, was bekannt ist, was kommen wird und wie Sie sich verhalten können. Bewahren Sie Ruhe, verbreiten Sie keine Gerüchte und bleiben Sie schön gesund!

 

Aktuell: Betretungsverbote in Kindergärten und Schule - Gesundschreibung

UPDATE vom 08. Juli: Wie MDR Thüringen heute online berichtet, werden ab Donnerstag, dem 16.07.2020, Kinder mit leichten Erkältungssymptomen in Kindergarten und Schule nicht mehr abgewiesen. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung soll dann nicht mehr notwendig sein. Nur bei einer eindeutigen COVID-19-Symptomatik gilt dann ein Betretungsverbot. Sobald uns die überarbeitete Corona-Verordnung vorliegt, werden wir Sie erneut informieren.

Bitte fragen Sie aus diesem Grund in Ihrer Einrichtung nach, ob vor diesem (zufälligen) Datum noch auf eine entsprechende Bestätigung bestanden wird!

Gemäß der geltenden Thüringer Verordnung über die Infektionsschutzregeln zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in Kindertageseinrichtungen, Schulen und für den Sportbetrieb (ThürSARS-CoV-2-KiSSP-VO) vom 12.06.2020 dürfen Personen mit erkennbaren Symptomen einer COVID-19-Erkrankung oder jeglichen Erkältungssymptomen die jeweiligen Einrichtungen nicht betreten.

Aufgrund der Verordnung ist es derzeit notwendig, dass Betroffene nur nach Vorlage einer sogenannten ärztlichen oder amtlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung oder nach Ablauf von 14 Tagen nach dem Feststellen der Symptome wieder in ihre jeweilige Einrichtung dürfen.

Wir haben bereits Ende Juni bei verschiedenen Stellen, vor allem beim zuständigen Bildungsministerium, auf die Überlastung unserer Praxis in diesem Zusammenhang aufmerksam gemacht. Mit Auskunft vom 30. Juni hieß es, das Thüringer Bildungsministerium würde an einer neuen Lösung arbeiten. Eine neue Verordnung, die laut ersten Informationen ursprünglich für den 3. Juli angedacht war, ist leider auch weiterhin nicht in Sicht.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch eine Patienteninformation der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, die Sie hier (PDF) einsehen können.

 

Was ist ein begründeter Verdachtsfall?

  • Akute respiratorische (Erkältungs-)symptome jeder Schwere und Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall bis 14 Tage* vor Erkrankungsbeginn
    (* Definition Robert-Koch-Institut; in Einzelfällen auch bis 21 Tage)
  •   und/oder
  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie und Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus

Welche Risikogebiete gibt es derzeit?

Eine aktuelle Übersicht über die vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiete finden Sie hier.

 

Was mache ich im Falle eines begründeten Verdachts?

Bitte melden Sie sich direkt telefonisch bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt. Für den Ilm-Kreis gibt es eine spezielle Hotline, die Sie unter ✆ 03628 / 738 888 erreichen können. Das Gesundheitsamt wird das weitere Vorgehen mit Ihnen absprechen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen hat in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden Abstrich-Stützpunkte geschaffen. Die Vergabe von Terminen für Abstriche in begründeten Verdachtsfällen erfolgt unter der ✆ 116 117. Bitte rufen Sie diese Nummer vom Festnetz und nicht vom Handy aus an.

 

Welche Krankheitszeichen werden durch COVID-19 ausgelöst?

Wie bei allen Erregern von Atemwegserkrankungen kann COVID-19 zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber führen. In einigen Fällen sind betroffene Patienten auch an Durchfall erkrankt, wenn das Virus über den Magen-Darm-Trakt in den Körper gelangt. In den allermeisten Fällen verläuft die Infektion mit einem milden Verlauf ähnlich einer Erkältung. Bei einem Teil der Patienten, vor allem bei älteren Patienten und Patienten mit chronischen Grunderkrankungen, kann das Virus zu einem schweren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen. Und ja: das kann potenziell, wie bei vielen Virusinfektionen wie z.B. der Influenza, tödlich verlaufen.

 

Wie wird SARS-CoV-2 übertragen?

Wie bei allen hochansteckenden Viren ist der Hauptübertragungsweg die Tröpfcheninfektion. Diese kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen (Husten, Niesen oder auch enger räumlicher Kontakt - cave: Sie atmen täglich ungefähr 0,2 Liter Wasser aus!) oder durch indirekten Kontakt über Hände, die dann mit Mund, Nase oder Augen in Kontakt gebracht werden. Blut und Urin gelten bei COVID-19-Patienten als nicht infektiös.

 

Werde ich Kontakt mit SARS-CoV-2 haben?

Vermutlich schon! Es ist derzeit davon auszugehen, dass sich das Virus auch in den kommenden Monaten und Jahren weltweit verbreiten wird. Sie hatten mit hoher Wahrscheinlichkeit schon Kontakt zu anderen Coronaviren (Alpha-Coronaviren), die beispielsweise einen üblichen grippalen Infekt auslösen und ganzjährig vorkommen. Zur Beruhigung: das ähnliche Beta-Coronavirus SARS-1 ist seit ungefähr 15 Jahren nicht mehr beim Menschen nachweisbar.

 

Was kann ich tun? (PS: Gilt für alle Infekte!)

  • Hände waschen! - wie bei allen Infektionen ist der allerwichtigste Schutz das regelmäßige Waschen der Hände mit einer handelsüblichen Flüssigseife (ungefähr 30 Sekunden lang)!
  • Bunkern Sie keine Desinfektionsmittel! Im Moment ist die Lieferfähigkeit von Händedesinfektion und Flächendesinfektion stark eingeschränkt. Mit dem Bevorraten gefährden Sie Andere, die darauf dringend angewiesen sind (z.B. immungeschwächte Patienten, Patienten unter Chemotherapie, Diabetiker, medizinische Einrichtungen, Pflegeheime, etc.)!
  • Kaufen Sie keine Atemschutzmasken! Chirurgische Masken schützen Sie ohnehin nicht vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Schutzmasken der Klasse FFP2 oder höher müssen dem Zugriff für medizinisches Fachpersonal und tatsächlich gefährdeten Patienten vorbehalten sein!
  • Benutzen Sie unbedingt Einweg-Taschentücher und entsorgen Sie diese unmittelbar nach dem Gebrauch!
  • Husten und Niesen Sie in die Armbeuge, nicht in die Hände!
  • Lüften Sie regelmäßig, um die Viren- und Keimlast in Räumen zu verringern!
  • Tragen Sie einen Schal und halten Sie Ihren Hals warm, wenn es draußen kalt ist! Viren gelangen über Ihren Kehlkopf in die Lunge - das Verschlusssystem ist vereinfacht gesagt bei Kälte nicht ganz dicht!
  • Fassen Sie sich nicht in das Gesicht! Viren lieben Ihre Schleimhäute in Mund, Nase und Augen!
  • Vermeiden Sie Händeschütteln, engen Kontakt zu möglicherweise Erkrankten und große Veranstaltungen!
  • Bunkern Sie keine Lebensmittel! Es ist schlichtweg unnötig, sich mit Nudeln zu bevorraten.
  • Vermeiden Sie das Aufsuchen von Wartezimmern wegen banaler Sachen (leichte Infekte ohne Fieber, Warzen, etc.)! Sie können selbst einschätzen, ob ein Aufsuchen eines Arztes in der derzeitigen Lage wirklich notwendig ist. Ihre Apotheke vor Ort berät Sie ebenfalls mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern.
  • Und zu guter Letzt: Lesen Sie doch wieder mal ein gutes Buch und nicht die BILD-Zeitung und ähnliche ständige Eil-Meldungen!

Stand: 08.07.2020, 10:45 Uhr — Autor: Hannes Pfeiffer @pmit3f

Aktuelles:

→ Informationen zu COVID-19

Aufgrund der derzeitigen Situation möchten wir Sie dringend darum bitten, sich nach Möglichkeit nur mit einem Elternteil pro Kind in unsere Praxis zu begeben!

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Derzeit sind Vorstellungen während der Akut-Sprechstunde nur bei dringenden medizinischen Fällen möglich! Informationen zum Thema Gesundschreibung finden Sie unter den COVID-19-Informationen.

Bitte wenden Sie sich bei Bedarf auch an die umliegenden (Haus-)Ärzte!

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