Aktuelle Informationen zu SARS-CoV-2 / COVID-19

Bis zum 10. April 2020 gibt es 184.452 gemeldete und laborbestätigte Fälle von Influenza in Deutschland in dieser Saison, über die derzeit fast niemand mehr spricht, obwohl die Mortalität (Sterblichkeitsrate) mit ungefähr 0,5 bis 2 Prozent ähnlich hoch ist wie bei Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Angst, vor allem vor Neuem, war schon immer ein schlechter Ratgeber. In den letzten Tagen erreichen uns vermehrt besorgte Anfragen bezüglich einer Infektion mit COVID-19. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen Überblick geben, was bekannt ist, was kommen wird und wie Sie sich verhalten können. Bewahren Sie Ruhe, verbreiten Sie keine Gerüchte und bleiben Sie schön gesund!

 

Aktuell: Betretungsverbote in Kindergärten und Schule - Gesundschreibung

Geänderte Infektionsschutzregeln in Kindertageseinrichtungen, Schulen und für den Sportbetrieb (ThürSARS-CoV-2-KiSSP-VO): Nach der neuen Verordnung gelten Betretungsverbote für o.g. Einrichtungen nun für all jene Kinder „mit erkennbaren Symptomen einer COVID-19-Erkrankung, insbesondere einer akuten Atemwegserkrankung oder einem akuten Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns“. Der bisherige Passus über Betretungsverbote für „Personen mit jeglichen Erkältungssymptomen, wie Husten, Fieber und Halsschmerzen“ entfällt. Entfallen ist außerdem, dass auch eine amtliche Bescheinigung ausgestellt werden kann. Weiterhin soll nun nicht mehr die Unbedenklichkeit von Symptomen attestiert werden, sondern die mangelnde medizinische Indikation, einen entsprechenden COVID-19-Test durchzuführen.

Für den Wiederbesuch der Einrichtung ist bei entsprechender Indikation ein negativer COVID-19-Test erforderlich.

 

Was ist ein begründeter Verdachtsfall?

  • Akute respiratorische (Erkältungs-)symptome jeder Schwere und Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall bis 14 Tage* vor Erkrankungsbeginn
    (* Definition Robert-Koch-Institut; in Einzelfällen auch bis 21 Tage)
  •   und/oder
  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie und Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus

Welche Risikogebiete gibt es derzeit?

Eine aktuelle Übersicht über die vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiete finden Sie hier.

 

Was mache ich im Falle eines begründeten Verdachts?

Bitte melden Sie sich direkt telefonisch bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt. Für den Ilm-Kreis gibt es eine spezielle Hotline, die Sie unter ✆ 03628 / 738 888 erreichen können. Das Gesundheitsamt wird das weitere Vorgehen mit Ihnen absprechen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen hat in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden Abstrich-Stützpunkte geschaffen. Die Vergabe von Terminen für Abstriche in begründeten Verdachtsfällen erfolgt unter der ✆ 116 117. Bitte rufen Sie diese Nummer vom Festnetz und nicht vom Handy aus an.

 

Welche Krankheitszeichen werden durch COVID-19 ausgelöst?

Wie bei allen Erregern von Atemwegserkrankungen kann COVID-19 zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber führen. In einigen Fällen sind betroffene Patienten auch an Durchfall erkrankt, wenn das Virus über den Magen-Darm-Trakt in den Körper gelangt. In den allermeisten Fällen verläuft die Infektion mit einem milden Verlauf ähnlich einer Erkältung. Bei einem Teil der Patienten, vor allem bei älteren Patienten und Patienten mit chronischen Grunderkrankungen, kann das Virus zu einem schweren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen. Und ja: das kann potenziell, wie bei vielen Virusinfektionen wie z.B. der Influenza, tödlich verlaufen.

 

Wie wird SARS-CoV-2 übertragen?

Wie bei allen hochansteckenden Viren ist der Hauptübertragungsweg die Tröpfcheninfektion. Diese kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen (Husten, Niesen oder auch enger räumlicher Kontakt - cave: Sie atmen täglich ungefähr 0,2 Liter Wasser aus!) oder durch indirekten Kontakt über Hände, die dann mit Mund, Nase oder Augen in Kontakt gebracht werden. Blut und Urin gelten bei COVID-19-Patienten als nicht infektiös.

 

Werde ich Kontakt mit SARS-CoV-2 haben?

Vermutlich schon! Es ist derzeit davon auszugehen, dass sich das Virus auch in den kommenden Monaten und Jahren weltweit verbreiten wird. Sie hatten mit hoher Wahrscheinlichkeit schon Kontakt zu anderen Coronaviren (Alpha-Coronaviren), die beispielsweise einen üblichen grippalen Infekt auslösen und ganzjährig vorkommen. Zur Beruhigung: das ähnliche Beta-Coronavirus SARS-1 ist seit ungefähr 15 Jahren nicht mehr beim Menschen nachweisbar.

 

Was kann ich tun? (PS: Gilt für alle Infekte!)

  • Hände waschen! - wie bei allen Infektionen ist der allerwichtigste Schutz das regelmäßige Waschen der Hände mit einer handelsüblichen Flüssigseife (ungefähr 30 Sekunden lang)!
  • Bunkern Sie keine Desinfektionsmittel! Im Moment ist die Lieferfähigkeit von Händedesinfektion und Flächendesinfektion stark eingeschränkt. Mit dem Bevorraten gefährden Sie Andere, die darauf dringend angewiesen sind (z.B. immungeschwächte Patienten, Patienten unter Chemotherapie, Diabetiker, medizinische Einrichtungen, Pflegeheime, etc.)!
  • Kaufen Sie keine Atemschutzmasken! Chirurgische Masken schützen Sie ohnehin nicht vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Schutzmasken der Klasse FFP2 oder höher müssen dem Zugriff für medizinisches Fachpersonal und tatsächlich gefährdeten Patienten vorbehalten sein!
  • Benutzen Sie unbedingt Einweg-Taschentücher und entsorgen Sie diese unmittelbar nach dem Gebrauch!
  • Husten und Niesen Sie in die Armbeuge, nicht in die Hände!
  • Lüften Sie regelmäßig, um die Viren- und Keimlast in Räumen zu verringern!
  • Tragen Sie einen Schal und halten Sie Ihren Hals warm, wenn es draußen kalt ist! Viren gelangen über Ihren Kehlkopf in die Lunge - das Verschlusssystem ist vereinfacht gesagt bei Kälte nicht ganz dicht!
  • Fassen Sie sich nicht in das Gesicht! Viren lieben Ihre Schleimhäute in Mund, Nase und Augen!
  • Vermeiden Sie Händeschütteln, engen Kontakt zu möglicherweise Erkrankten und große Veranstaltungen!
  • Bunkern Sie keine Lebensmittel! Es ist schlichtweg unnötig, sich mit Nudeln zu bevorraten.
  • Vermeiden Sie das Aufsuchen von Wartezimmern wegen banaler Sachen (leichte Infekte ohne Fieber, Warzen, etc.)! Sie können selbst einschätzen, ob ein Aufsuchen eines Arztes in der derzeitigen Lage wirklich notwendig ist. Ihre Apotheke vor Ort berät Sie ebenfalls mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern.
  • Und zu guter Letzt: Lesen Sie doch wieder mal ein gutes Buch und nicht die BILD-Zeitung und ähnliche ständige Eil-Meldungen!

Stand: 18.07.2020, 13:17 Uhr — Autor: Hannes Pfeiffer @pmit3f

Aktuelles:

Bitte beachten Sie unsere aktualisierten → Verhaltensregeln zu COVID-19 vor dem Aufsuchen unserer Praxis!

→ Informationen zu COVID-19

Wir suchen engagierte Mediziner zur Zusammenarbeit!

Akut-Sprechstunde:

Montag
09:00—12:00

Dienstag
09:00—12:00

Mittwoch
09:00—10:30

Donnerstag
12:00—15:00

Freitag
09:00—10:30

 

Termin-Sprechstunde:

Montag
12:00—13:30 und 14:00—17:00

Dienstag
12:00—13:30 und 14:00—17:00

Mittwoch
10:30—13:00

Donnerstag
08:30—11:30 und 15:00—18:00

Freitag
10:30—14:00

Samstag
1 x monatlich nach Vereinbarung

Dringende Vorstellungen sind während der Termin-Sprechstunde jederzeit nach Vereinbarung möglich.

 

Zur Verkürzung der Wartezeiten bitten wir Sie, sich vor dem Aufsuchen unserer Kinderarztpraxis telefonisch oder per E-Mail anzumelden.

Kontakt:

Schloßstraße 3
99310 Arnstadt

Tel: 03628 / 918 49 00
Fax: 03628 / 918 49 09

Rezept-Hotline:

Tel: 03628 / 918 49 44

Für Dauermedikationen und Überweisungen können Sie das Formular zur Abholung bestellen. Die Bearbeitung erfolgt binnen 3 Werktagen.